Sketchnotes Tutorial – so geht’s!

Um mit Visualisierung in Form von Sketchnotes arbeiten zu können, braucht es im Grunde nicht viel, denn jeder kann sketchnoten lernen. Erinnern Sie sich noch, wie sie als Kind einfach drauf los gezeichnet haben? Mit Freude und ohne großes Nachdenken? So ähnlich verhält es sich beim sketchnoten auch. Mit ganz einfachen Formen kann jeder einfach loszeichnen.

Sketchnotes Visuelle Notizen

 

Was sind Sketchnotes?

Sketchnotes (Skizze + Notizen) sind visuelle Notizen, also mehr als die ganz normalen Text-Notizen, die wir alle mal gelernt haben zu erstellen. Beim sketchnoten bereitet man Inhalte visuell auf und fügt visuelle Elemente hinzu, z.B kleine Zeichnungen, Rahmen, Pfeile, Letterings usw. Am Ende hat man quasi »Notizen mit Mehrwert«.

Sketchnotes helfen Inhalte visuell aufzubereiten und verständlicher zu machen und Informationen bleiben besser in Erinnerung.

Häufig meinen Leute mit »Sketchnotes« aber auch jegliche Form von Visualisierung, die Begrifflichkeiten werden dabei oft durchmischt: Graphic Recording, Sketchnoting, Digitales Scribblen, Doodlen, Visualisierung, Illustration und und und. Vermutlich ist das so, weil »Sketchnotes« gerade ein Trend-Thema und damit in aller Munde sind. Ich verstehe die Problematik der ungenauen Begrifflichkeiten, vor allem in einer sich gerade professionalisierenden Branche; begrüße aber hauptsächlich, dass inzwischen überhaupt so viel mit Visualisierung gemacht wird als dass ich mich an den ungenauen Begrifflichkeit störe.

Den genauen Unterschied zwischen Sketchnotes, Graphic Recording, Visual Facilitation und Illustration erkläre ich in diesem Artikel.

     


 

Wie funktioniert sketchnoten?

Sketchnoten von klassischen Notizen im Sinne von Mitschriften funktioniert im Grunde wie folgt: Durch geschultes Zuhören nimmt man Informationen jeglicher Art auf (akustische Informationen können dabei durch visuelle, z.B. auf Slides von Präsentationen unterstützt werden), filtert sie für sich selbst (Was ist mir besonders wichtig? Was möchte ich mir merken/festhalten?) und notiert sich diese dann mit Text und Bildern.

  Wie funktioniert Sketchnoten?  

Darüber hinaus kann man Sketchnotes auch als eine Art »Review« verwenden, also nicht live anfertigen sondern z.B. rückblickend auf einen Tag, einen Ausflug, ein Buch – kurzum einen speziellen Inhalt, den man zusammen fassen oder reflektieren möchte. Auch das sind Sketchnotes, die allerdings nicht unter Zeitdruck entstehen.

 


Sketchnotes Starterset Freebie


 

Warum Sketchnotes?

Wenn du mit Sketchnotes arbeitest, machst du dir den Bild-Überlegenheits-Effekt zu Nutze, der auf der Dual Coding Theory beruht. Knapp zusammen gefasst bedeutet diese: Verbale und Visuelle Informationen werden im Gehirn in unterschiedlichen aber ähnlichen Arealen verarbeitet. Folglich werden Informationen, die aus Text und Bild bestehen doppelt kodiert (daher Dual Coding) und bleiben so besser hängen. Sketchnotes funktionieren genau deswegen so gut als Tool zum Lernen und Versehen.

  • Sketchnoten hilft, sich Sachen besser zu merken
  • Sketchnoten hilft sich besser zu fokussieren
  • Sketchnoten unterstützt aktives Zuhören
  • Sketchnoten macht unglaublich viel Spaß

Generell kann man sagen: Bilder kann das Gehirn schneller erfassen als Text, sie können als ein guter Türöffner in ein Thema sein. Mit Bildern verankert man Informationen im Gehirn emotional anders als mit reinem Text, da wir sehr visuelle Wesen sind. Das macht das Erinnern und vor allem das Reflektieren von Inhalten deutlich leichter.

Sketchnotes oder generell Visualisierungen auf Flipcharts, Whiteboards, in Präsentationen oder als Zusammenfassung in Form von Graphic Recording helfen Inhalte und Zusammenhänge besser zu erkennen.

Warum Sketchnotes?


Was brauche ich für Sketchnotes?

 

Hier kommt eine gute Nachricht: Gar nicht viel – Stifte und Papier reichen völlig aus. Ob das ein Bleistift oder ein spezieller Fineliner oder das iPad ist, ist völlig dir überlassen.

Auf meiner Material-Seite habe ich dir meine Lieblings-Stifte zusammen gestellt.

 


Sketchnotes Basics – eine kleine Anleitung

  Visuelles Alphabet  

Symbole

Für viele Anfänger ist das Visuelle Alphabet ein guter Ausgangspunkt. Ich bin dem Visuellen Alphabet das erste Mal in Sunni Browns »The Doodle Revolution« begegnet. Für mich als jemand, der schon immer gezeichnet hat, war es nicht so neu aber ich habe bemerkt, dass es für viele ein guter Einstieg ins Zeichnen ist.

Das Visuelle Alphabet besteht aus ein paar Grundformen wie Kreis, Quadrat, Linien usw. mit denen man eigentlich alles zeichnen kann. Es ist kein feststehendes Alphabet, für manche besteht es nur aus fünf Formen, manche zählen ein paar mehr dazu. Ich empfehle Eva-Lotta Lamms Artikel dazu, wenn man tiefer in die Thematik einsteigen möchte: »The Choreography of Sketching — A metaphorical view on visual alphabets«

Wenn man nun anfängt einfache Symbole so zu »zerlegen«, dass sie aus wenigen Strichen gezeichnet werden können, ist das Zeichnen von Symbolen gar nicht mehr so schwer. Wichtig ist dabei, sich nicht in Details zu verlieren sondern wirklich einfache Grundformen zu benutzen. Selbstverständlich kann man trotzdem immer »mehr« zeichnen, aber es hilft massiv den Fokus auf einfache Grundformen zu legen.

Visuelles Alphabet Beispiel
Das Visuelle Alphabet am Beispiel eines Symbols für Kompass

Mehr Beispiel-Symbole zum Nachzeichnen gibt es in meinem Freebie-Startset und umfangreiche Vorlagen und Zeichenanleitungen in der »Großen Symbolbibliothek«.


Sketchnotes Starterset Freebie


 

Menschen

Persönlichkeit in Sketchnotes erhält man vor allem durch den Einsatz von Figuren. Dabei braucht es gar keine exakten Zeichnungen für Personen; für die meisten Fälle reichen einfachere Strichmännchen völlig aus. Diese lassen sich nämlich perfekt in Bewegung versetzten

Mit der Kombination aus Augenbrauen und Mündern lassen sich die meisten Emotionen abbilden. Auch hier müssen es nicht mehr als einfache Striche sein – wir zeichnen schließlich keine exakten Portraits. (Müssen wir auch gar nicht).

Figuren und Menschen in Sketchnotes

Rahmen und Container

Für die Strukturierung innerhalb einer Sketchnote kann man sich einiger weniger Grundelemente bedienen, die jeweils sehr Variantenreich sind:

  • Rahmen und Container, um Inhalte zusammenzufassen oder voneinander zu trennen
  • Sprechblasen für Gesagtes
  • Pfeile für Zusammenhänge
  • Flaggen und Banner für Titel und Hervorhebungen
  • Aktionselemente
  • Schriften und Letterings

Elemente von Sketchnotes


Wie baue ich eine Sketchnote auf? — Layout und Struktur

Ich persönlich mag an beim sketchnoten besonders die völlige Freiheit wie man das Format aufteilt und gestaltet.

Man beginnt in der einen Ecke (oder in der Mitte) zu zeichnen und hört auf, da wo man eben aufhört. Es kann helfen, sich vorab eine grobe Grundstruktur zu überlegen. Ich fange z.B. gerne mit Namen und Titel in der linken Ecke an und schaue dann, wo die Sketchnote hinfließt.

Struktur und Layout in Sketchnotes

Manchmal folge ich dabei einem Weg, manchmal ist es eher wirr und die einzelnen Inhalts-»Bröckchen« landen einfach überall auf dem Blatt. Aufgeräumte Sketchnotes werden als solche empfunden, weil sie einer klaren Struktur bzw. Visuellen Hierarchie folgen: Auffälliger Titel, wichtiges größer, unwichtiges kleiner, klar abgetrennte Bereiche usw.

Eine ausführliche Anleitung zum Erstellen von Sketchnotes findest du hier: Struktur in Sketchnotes bringen! So geht’s – Teil 1 und hier Struktur in Sketchnotes bringen! Drei Beispiele – Teil 2

Sketchnotes Struktur Beispiel Sketchnote Selfie

Wichtig dabei ist übrigens: Gute Sketchnotes müssen nicht »schön« sein. Diese Checkliste hilft dir, dich selbst zu überprüfen.


Wofür kannst du Sketchnotes verwenden?

Ich selbst habe mit Sketchnotes auf Konferenzen angefangen, indem ich Vorträge visuell festgehalten habe. Das war quasi meine Einstiegsdroge ins Thema.

Im Laufe der Zeit (und des Übens) habe ich dann gemerkt, dass Sketchnotes noch viel mehr können und sehr breit gefächert eingesetzt werden können (Weswegen mein erstes Buch auch »Visuelle Notizen für Alles heißt).

Sketchnotes Bücher

Beispiel für eine Einkaufsliste

Sketchnotes kannst du benutzen für:

  • Visuelle Protokolle auf Konferenzen, Präsentationen, Meetings oder Veranstaltungen jeglicher Art (wie z.B. Elternabende, kein Witz!)
  • als Bestandteil von deinen Präsentationen oder auf Flipcharts z.B. im Job
  • zur Vorbereitung von Veranstaltungen wie Parties
  • private Notizen und Mitschriften in Schule, Studium, Job
  • für Bullet Journals oder generell visuelle Tagebücher
  • für Einkaufslisten
  • für Rezepte
  • für jegliche Art von Prozessen wie Bedienungsanleitungen
Beispiele für Sketchnotes
Verschiedene Beispiele für Sketchnotes

Ich möchte Sketchnoting lernen – wie fange ich an?

Ich halte Bücher immer für den perfekten Einstieg in ein Thema, zufälligerweise habe ich für Sketchnotes ein paar zur Auswahl. Für den Start ist der Quick-Start-Block hervorragend geeignet. Er führt mit vielen kleinen Übungen und Übungsblättern in das Thema ein, die am Anfang recht leicht sind und sich dann etwas steigern. Mit 10,99 Euro ist er außerdem supergünstig.

Sketchnotes Quick Start Anleitung

Sketchnotes Quick Start Anleitung

Wenn du konkrete Zeichenanleitungen und Vorlagen brauchst, ist »Die Große Symbolbibliothek« für dich genau das Richtige. Sie erscheint im März 2020.

Sketchnotes Symbolbibliothek

Ach ja, Workshops gebe ich auch, sowohl inhouse als auch offene. Mehr dazu findest du auf meiner Angebots-Seite.


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